
Immer mehr Menschen fragen nicht mehr nur Google, sondern auch ChatGPT, Perplexity, Gemini oder Claude, wenn sie einen Anbieter suchen.
«Welcher Treuhänder in Aarau ist empfehlenswert?»
«Wer baut mir eine gute Website in Basel?»
«Welche Schreinerei im Wallis arbeitet zuverlässig?»
Die Antwort besteht dabei oft nicht aus einer langen Liste von Suchergebnissen, sondern aus einer Auswahl konkreter Unternehmen.
Die entscheidende Frage für Sie lautet deshalb: Wird Ihr Unternehmen genannt, wenn ein potenzieller Kunde nach Ihrem Angebot sucht, ohne Ihren Namen bereits zu kennen?
Das können Sie selbst testen. In diesem Artikel zeigen wir Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie Ihre KI-Sichtbarkeit prüfen, welche Fragen Sie stellen sollten, worauf Sie bei den Antworten achten müssen und warum ein manueller Test nur einen ersten Einblick liefert.
Warum Sie Ihre KI-Sichtbarkeit testen sollten
KI-Assistenten werden zunehmend für Recherche, Vergleiche und Empfehlungen eingesetzt. Für Unternehmen entsteht damit ein zusätzlicher Berührungspunkt auf dem Weg zur Kaufentscheidung.
Dabei funktioniert eine KI-Antwort anders als eine klassische Google-Suche.
Google präsentiert eine Vielzahl von Suchergebnissen. Ein KI-Assistent formuliert dagegen eine konkrete Antwort und kann dabei nur einige wenige Unternehmen nennen.
Das macht einen einfachen Test interessant:
Was passiert, wenn jemand nach genau dem sucht, was Sie anbieten?
Und noch wichtiger:
Welche Unternehmen nennt die KI stattdessen?
Anders als bei klassischer Google-Suche gibt es für die meisten KI-Assistenten keine öffentlich zugängliche Search Console, die Ihnen eine vollständige Übersicht über Ihre Sichtbarkeit liefert. Deshalb müssen Sie zunächst selbst testen.
Schritt 1: Formulieren Sie die richtigen Fragen
Der häufigste Fehler ist, die eigene Firma direkt nachzuschlagen.
Wenn Sie fragen:
«Was weisst du über Muster AG?»
und die KI daraufhin Informationen über Muster AG liefert, sagt das wenig über Ihre tatsächliche Sichtbarkeit aus.
Entscheidend ist vielmehr, ob die KI Ihr Unternehmen ohne vorherige Nennung Ihres Namens als passenden Anbieter erkennt.
Formulieren Sie die Fragen deshalb so, wie ein potenzieller Kunde sie stellen würde:
«Welche Physiotherapie in Winterthur ist empfehlenswert?»
«Ich suche eine zuverlässige Elektrofirma in Bern. Wen empfiehlst du?»
«Wer bietet guten Küchenbau in der Region Luzern an?»
«Welche Treuhandfirma in Aarau ist auf KMU spezialisiert?»
«Welche Schreinereien im Wallis bieten individuelle Innenausbauten an?»
Erstellen Sie zunächst fünf bis zehn solcher Fragen.
Variieren Sie dabei bewusst:
- Leistung: «Wer bietet …?» / «Wo bekomme ich …?»
- Bewertung: «empfehlenswert» / «erfahren» / «zuverlässig»
- Region: Stadt / Gemeinde / Region / Kanton
- Suchintention: allgemeine Information / konkreter Anbieter / Offerte
- Formulierung: unterschiedliche natürliche Varianten derselben Frage
Das ist wichtig, weil bereits kleine Änderungen der Frage zu unterschiedlichen Antworten führen können.
Schritt 2: Testen Sie mehrere KI-Systeme
Verlassen Sie sich nicht auf ein einziges System. ChatGPT, Perplexity, Gemini und Claude können je nach Modell, Webzugriff, Datenquellen und Kontext zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen.
ChatGPT
Testen Sie sowohl Fragen mit Websuche als auch, sofern möglich, ohne Websuche. Die Antworten können sich deutlich unterscheiden.
Besonders interessant ist dabei, ob Ihr Unternehmen tatsächlich als Empfehlung erscheint oder lediglich Informationen über Ihre Website wiedergegeben werden.
Perplexity
Perplexity arbeitet stark mit recherchierten Quellen und zeigt diese in der Regel direkt in der Antwort an.
Das macht den Test besonders aufschlussreich: Sie können nicht nur sehen, wer empfohlen wird, sondern auch, welche Websites und Quellen zur Antwort beigetragen haben.
Gemini
Auch Gemini kann für lokale und kommerzielle Suchanfragen relevante Empfehlungen liefern. Ein Vergleich mit den Ergebnissen anderer Systeme zeigt, ob Ihre Sichtbarkeit über verschiedene KI-Systeme hinweg konsistent ist.
Claude
Auch Claude kann für Recherche- und Vergleichsfragen relevant sein. Gerade bei fachlichen und geschäftlichen Fragestellungen lohnt sich deshalb ein zusätzlicher Test.
Wichtig: Die Systeme entwickeln sich laufend weiter. Funktionen, Modelle und Datenquellen können sich verändern. Ein Test ist deshalb immer eine Momentaufnahme.
Schritt 3: Sorgen Sie für saubere Testbedingungen
Ein manueller Test kann leicht verfälscht werden.
Wenn Sie beispielsweise in Ihrem persönlichen Konto bereits mehrfach nach Ihrem eigenen Unternehmen gesucht haben, können frühere Gespräche, gespeicherte Präferenzen oder andere Personalisierungsfunktionen die Antwort beeinflussen.
Für einen möglichst neutralen Test:
- Nutzen Sie einen neuen Chat ohne vorherige Unterhaltung
- Verwenden Sie, wenn vorhanden, einen temporären oder nicht personalisierten Chat
- Prüfen Sie die Einstellungen für Personalisierung und Memory
- Stellen Sie die gleiche Frage in mehreren Systemen
- Wiederholen Sie wichtige Fragen zu unterschiedlichen Zeitpunkten
- Vergleichen Sie Ergebnisse, die von anderen Personen oder Konten erstellt wurden
Eine einzelne Antwort sollte deshalb nie als endgültiges Urteil über Ihre Sichtbarkeit betrachtet werden.
Schritt 4: Dokumentieren Sie die Ergebnisse
Öffnen Sie eine einfache Tabelle und erfassen Sie für jede Frage und jedes KI-System mindestens fünf Punkte:
1. Wird Ihr Unternehmen genannt?
Ja oder nein.
2. Wo erscheint Ihr Unternehmen?
Steht es an erster Stelle, weiter hinten oder lediglich als Randnotiz?
3. Wie wird Ihr Unternehmen beschrieben?
Stimmen Angebot, Region, Spezialisierung und Positionierung?
4. Welche anderen Unternehmen werden genannt?
Hier erkennen Sie häufig Ihre tatsächlichen digitalen Mitbewerber.
5. Welche Quellen verwendet die KI?
Achten Sie auf Websites, Branchenverzeichnisse, Medienberichte, Bewertungsplattformen und andere Quellen.
Gerade die letzten beiden Punkte sind besonders interessant.
Wenn beispielsweise ein Mitbewerber regelmässig genannt wird, den Sie in Ihren Antworten nicht finden, können Sie untersuchen, welche Informationen über diesen Anbieter online verfügbar sind.
Vielleicht wird er in Fachartikeln erwähnt. Vielleicht verfügt er über relevante Branchenprofile, Bewertungen oder ausführliche Inhalte auf seiner Website. Vielleicht wird sein Angebot von mehreren unabhängigen Quellen beschrieben.
Die Quellen liefern damit Hinweise darauf, welche Informationen die KI für ihre Antwort heranzieht.
Was tun, wenn Ihr Unternehmen nicht genannt wird?
Zunächst: Eine einzelne nicht erfolgte Empfehlung bedeutet noch nicht, dass Ihre Website oder Ihr Unternehmen grundsätzlich unsichtbar ist.
Wenn sich das Muster jedoch über viele Fragen und mehrere Systeme hinweg wiederholt, lohnt sich eine genauere Analyse.
Typische Bereiche sind:
Ihre Website beschreibt Ihr Angebot nicht eindeutig
KI-Systeme müssen einordnen können, was Sie anbieten, für wen Sie es anbieten und wo Sie tätig sind.
Unklare oder sehr allgemeine Formulierungen erschweren diese Zuordnung.
Es fehlen Inhalte zu konkreten Kundenfragen
Eine Website, die ausschliesslich Dienstleistungen aufzählt, liefert weniger konkrete Antworten auf Fragen wie:
«Was kostet eine solche Dienstleistung?»
«Für wen ist sie geeignet?»
«Was ist bei der Auswahl zu beachten?»
«Welche Lösung ist für Unternehmen in Region X sinnvoll?»
Solche Inhalte können dazu beitragen, dass Ihr Unternehmen thematisch klarer eingeordnet werden kann.
Ihr Unternehmen ist ausserhalb der eigenen Website wenig präsent
KI-Systeme können Informationen aus vielen unterschiedlichen Quellen berücksichtigen.
Dazu gehören je nach System und Anfrage beispielsweise Branchenverzeichnisse, Bewertungsplattformen, Fachartikel, Unternehmensprofile oder andere Erwähnungen im Web.
Wenn Ihr Unternehmen dort kaum vorkommt, fehlen möglicherweise wichtige externe Signale und Kontextinformationen.
Wie KI-Systeme solche Informationen einordnen und welche Signale dabei eine Rolle spielen können, erklären wir ausführlicher in unserem Artikel «Wie KI entscheidet, welche Unternehmen sie empfiehlt».
Wichtig ist dabei: KI-Sichtbarkeit lässt sich nicht mit einer einzelnen Optimierung herstellen. Die Systeme, Modelle und zugrunde liegenden Quellen verändern sich laufend.
Die Grenzen des manuellen Tests
Der manuelle Test ist ein guter Ausgangspunkt. Er zeigt Ihnen, ob und wie Ihr Unternehmen bei ausgewählten Fragen erscheint.
Er hat allerdings klare Grenzen.
Sie testen vielleicht zehn Fragen in vier Systemen an einem bestimmten Tag. Ihre tatsächliche Sichtbarkeit kann aber von deutlich mehr Faktoren abhängen:
- verschiedene Suchintentionen
- unterschiedliche Regionen
- verschiedene Formulierungen
- unterschiedliche KI-Systeme und Modelle
- Websuche oder kein Webzugriff
- unterschiedliche Quellen
- Veränderungen im Zeitverlauf
- neue Modellversionen
Wer all diese Faktoren regelmässig manuell überprüfen möchte, hat deshalb schnell einen erheblichen Aufwand.
Genau hier setzt Klariano an.
Prüfen Sie Ihre KI-Sichtbarkeit
Ein manueller Test zeigt Ihnen bereits, ob Ihr Unternehmen bei wichtigen Kundenfragen auftaucht. Wenn Sie Ihre Sichtbarkeit systematischer über verschiedene Fragen und KI-Systeme hinweg beobachten möchten, unterstützt Sie Klariano dabei.
Mit Klariano können Sie Ihre KI-Sichtbarkeit regelmässig prüfen, Erwähnungen und Konkurrenz vergleichen und nachvollziehen, welche Quellen in den Antworten eine Rolle spielen.
Starten Sie Ihren KI-Sichtbarkeitstest direkt online.